Wer in Ungarn oder Osterreich den Namen Pálffy hört, weiß auf der Stelle, dass eine der berühmtesten ungarischen Familien diesen Namen trägt. Alleine die bedeutendsten Standeserhöhungen, die verschiedenen Familienmitgliedern zu Teil wurden, zeigen das:
- Reichsgratenstand 1599, österreichischer Fürstenstand für den älteren Ast 1809 sowie österreichische und ungarische Genehmigung zur Führung des Titels Fürst von Thiano für den mittleren Ast 1876 und 1879. Darüber hinaus führte der jeweilige Familien-senior seit 1599 den 1883 bestätigten Titel „Graf von Pressburg“ und ging im Rang auf der Magnatentafel den Kronhütern, den Obergespanen aller Komitate und den übrigen Magnaten vor.
Martin Pálffy weist darauf hin, dass seine Familie als Vermittlerin zwischen den ungarischen und den österreichischen Interessen regelmäßig eine Position zwischen den Mühlsteinen der Macht“ eingenommen hat. Wie wichtig sie zeitweise in dieser Position war, zeigte sich nach dem Tod Kaiser Karls VI., als Österreich unterzugehen drohte und nicht zuletzt durch Ungarns Treue gerettet wurde. Johann Pálffy, der 1741 zum Palatin Ungarns gewählt und seiner Aufgabe voll und ganz gerecht wurde, erhielt dafür von seiner Königin Maria Theresia neben großzügigen Geschenken folgenden Brief: „Mein Vater Pálffy! Ich sende Euch dieses Pferd, welches nur allein von dem Eifrigsten Meiner Unterthanen bestiegen zu werden würdig ist. Empfanget zugleich diesen Degen, um Mich wider Meine Feinde zu beschützen, und nehmet diesen Ring als Kennzeichen Meiner gegen Euch tragenden Zuneigung an.“ Das vorliegende Buch gewährt dem Leser naturgemäß überwiegend Einblicke in die mehr als beeindruckende Vergangenheit der Pálffy. Was macht eine derartige Familie aber, wenn sie eine
existentielle Katastrophe wie die des Jahres 1945 erleben muss?
Einen guten Eindruck verschafft eine Ubersicht über alle seit damals geborenen Familienmitglieder, also die Söhne ebenso wie die Töchter. Wohin sind sie gegangen? Heute leben 32 erwachsene Familienmitglieder – 19 in Osterreich und sieben in den USA, der Rest verteilt sich auf einzelne Länder. Welche Ausbildungen haben sie durchlaufen, welche Berufe haben sie ergriffen? Von den hierunter fallenden 31 Familienmitgliedern findet sich im Gothai-schen Genealogischen Handbuch nur bei vier keine Angabe zu Ausbildung oder Beruf. Zehn haben demnach eine akademische Ausbildung durchlaufen, weitere 17 sind in unterschiedlichsten Branchen beruflich tätig geworden. Der bekannteste von ihnen – der Architekt und Universitätsprofessor András – wurde zuletzt einem größeren Kreis bekannt, als er mitverantwortlich die wunderbar gelungene Generalsanierung des österreichischen Parlaments begleitet hat. Offensichtlich ist es der Familie sehr erfolgreich gelungen, sich den Herausforderungen zu stellen und an die neuen Gegebenheiten erfolgreich anzupassen.
Schließlich sei noch auf einen Aspekt der Popularität der Familie verwiesen, der mit einem mit Augenzwinkern versehenen kleinen Dank versehen ist: Der Zusammenhang mit der Familie ist zwar nicht ganz klar, aber die Wiener Küche kennt zwei bezughabende Speisen: Den Pálffy-Knödel und die Pálfy-Schnitte. Beide sind köstlich und bereichern die Wiener Küche in einem der Geschichte der Familie durchaus würdigem Maß.